Keine Dublin-Abschiebung nach Italien

Das Verwaltungsgericht Göttingen bestätigt mit dem aus der hiesigen Kanzlei erstrittenem Beschluss vom 15.05.2018 (2 B 171/18), dass Zugehörige zur Gruppe der besonders verletzlichen Personen nur dann nach Italien überstellt werden dürfen, wenn die italienischen Behörden eine individuelle Garantierklärung abgeben.

In Anwendung der „Tarakhel“-Entscheidung des EGMR – dem auch der für Dublin-Verfahren zuständige 10. Senat des Nds. Oberverwaltungsgerichtes folgt – verstößt eine Überstellung nach Italien im Falle einer Familie mit Neugeborenem und minderjährigen Kindern „nur dann nicht gegen Art. 3 EMRK, wenn die italienischen Behörden eine Garantieerklärung abgeben, wonach die Betroffenen in Italien in einem dem Alter des Kindes adäquaten Art und Weise behandelt werden und die Familie zusammenbleiben darf“.